Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

Bleiben Allergien wie Heuschnupfen oder Milbenallergie unbehandelt, kann sich daraus Asthma entwickeln. Man spricht dann von einem „Etagen­wechsel“. Die allergische Reaktion tritt von den oberen in die unteren Atemwege über und kann chronisch werden.

 

Frühzeitige Hyposensibilisierung bremst Allergien und verbessert die Lebensqualität

Schon bei den ersten Allergiesymptomen sollte daher ein Lungenfacharzt (Pneumologe) aufgesucht werden. Bekämpfen kann man Heuschnupfen und Asthma mit der kausal wirksamen Hyposensibilisierung, auch spezifische Immun-therapie genannt. Der Einsatz der so genannten spezifischen Immuntherapie (SIT) schon in der Frühphase der Allergieerkrankung reduziert deutlich die allergenspezifische Überreaktion des Immunsystems. Die Symptome der Allergie und der Verbrauch an Medikamenten werden deutlich gesenkt. So kann der Leidensdruck der Allergiker verringert und die Lebensqualität erheblich verbessert werden. Patienten sehen einen wirklichen Erfolg. In einer Doppelblind- und placebokontrollierten Studie (Quelle: Walker, S. M. 2001) wurde nachgewiesen, dass unter anderem die Symptome an den Augen, der Nase und vor allem allgemeine Beschwerden und praktische Probleme zurückgingen.

 

Immuntherapie auch ohne Spritze möglich

Bei der SIT wird der Körper des Allergiepatienten langsam an das Allergen gewöhnt, so dass er auf Dauer unempfindlich dagegen wird. Zu diesem Zweck verabreicht man kleinste Mengen des allergieauslösenden Stoffs. Die entsprechende Lösung spritzt der Arzt dabei unter die Haut des Patienten. Die Dosis wird jedes Mal gesteigert, bis der Patient gar nicht mehr oder nur geringfügig allergisch reagiert. Auch eine sublinguale Immuntherapie ist heute möglich. Hier werden die Allergene statt mit der Spritze durch eine Tablette oder in Form von Tropfen unter der Zunge platziert. Besonders für Kinder und Personen mit Abneigungen gegen Spritzen ist diese Form der Hyposensibilisierung besonders geeignet.

Die Dauer der Behandlung erstreckt sich in der Regel über drei Jahre. Bereits im ersten Jahr werden spürbare Erfolge erzielt. Trotzdem sollte die Therapie konsequent weitergeführt werden. Das Asthmarisiko wird durch eine Hyposensibilisierung mit einem modernen wissenschaftlich genau definiertem Allergenpräparat nachweislich um 45% gesenkt. Schon beim nächsten Allergieschub verringern sich die Symptome und weniger Medikamente werden benötigt.